Samstag, 15. August 2009

Zwei Dinge

verhindern, dass ich ganz lebendig bin:
  • das Abschweifen des Geistes in die Vergangenheit
  • das Abschweifen des Geistes in die Zukunft
Wenn ich beispielsweise Tai Chi übe und erwarte, diese und jene Figur möge sich ebenso großartig und befreiend anfühlen wie am Tag zuvor, dann verschließe ich mich durch den erwartungsvollen Vergleich mit der Vergangenheit ungewollt dem, wie der gegenwärtige Augenblick ist, was er mich vielleicht ganz anderes lehren kann.

Wenn ich die Bewegung nur noch mechanisch ausführe, ohne ununterbrochen in ihr präsent zu sein, sondern mit meinen Gedanken schon bei dem bin, was ich nach dem Üben tun werde, dann verwerfe ich leichtfertig die einzigartige Qualität des gegenwärtigen Augenblicks.

Ich lebe nur jeweils jetzt - und jetzt - und jetzt. Wann immer mein Geist abschweift von dem, was jetzt ist, von dem, was ich jetzt tue, geht auch die Energie von dort weg, denn die Energie ist genau da, wo ich mit meinem Bewusstsein bin.

Mit anderen Worten: wann immer ich zulasse, dass mein Geist abschweift vom gegenwärtigen Augenblick, verliere ich im selben Maß an Lebendigkeit.

Das gilt für Meditation, für das Üben auf einem Instrument, für das Zubereiten einer Mahlzeit - für alles, was im Leben auf den ersten Blick "Wiederholung" zu sein scheint.


>> Lei Xue - Moment by Moment
steppenwolf - 7. Feb, 09:45

Das ist ja nun eine Aussage, der ich nicht zustimmen kann. Allerdings würde ich nicht unbedingt von Abschweifung in die Vergangenheit sprechen.
Beispiel:
Man schlägt mir eine technische Lösung vor. Die klingt logisch und konsistent. Aber mein Bauch revoltiert. Irgendetwas, worauf ich nicht den Finger legen kann, existiert da mit einem negativen Beigeschmack.
Ich überschlafe die Sache. Am nächsten Tag weiß ich es: es gab einmal ein Scheitern unter ganz ähnlichen Voraussetzungen. Eine bestimmte Sache wurde schon einmal übersehen. Sie ist sehr leicht zu übersehen.
Ich benötige die Vergangenheit und das Beispiel, um die Kollegen davon zu überzeugen, dass die vorgeschlagene Lösung Tücken birgt.
-
Wenn ich mich nur gegenwärtig voll auf das Problem konzentriere, schließe ich die Erfahrung aus.
-
Für mich besteht die Gegenwart in einer Glockenfunktion, welche Vergangenheit und Zukunft einschließt. Der einzige Augenblick, in dem nur die Gegenwart zählt, ist, wenn ich Klavierspiele. Dann wird die Gegenwart zu einer beschränkten Größe von der Dauer des Stücks. Um den Bogen formen zu können, muss ich zu Beginn des Stücks das Ende vor Augen haben.

zwitscherbirdie - 7. Feb, 22:51

Dass Sie nicht zustimmen (können) liegt vermutlich in erster Linie daran, dass ich eine andere Aussage getroffen hatte als die, auf die Sie sich beziehen. Ich hatte nicht über die Bedeutung vergangener Erfahrungen für zukünftiges Handeln geschrieben, sondern darüber, wie die Lebendigkeit bei mir in dem Maß verlorengeht, in dem ich das Erleben der Gegenwart von den Erfahrungen der Vergangenheit und den Erwartungen der Zukunft ver-formen lasse.

Ähnliches beschreibt bildreich >> Kazantzakis

zaungast

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Wo noch? ;)
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zwitscherbirdie - 18. Sep, 20:26
Ballermann goes everywhere
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plog - 17. Sep, 18:16
"Das geht ab!"
30. August 2013 gegen 20:45 Uhr, rheinaufwärts...
zwitscherbirdie - 6. Sep, 19:31
Pachtey! :D
Ballermann goes Rhein (Ton: *klickaufsbild*) 31.08.2 013...
zwitscherbirdie - 6. Sep, 19:24
Stop 'n' Go
auf dem Rhein (Köln, Nähe Zollhafen) 31.08.2013.. .
zwitscherbirdie - 6. Sep, 12:54

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