nebenbei

Eil-Aktion: Atomlobby raus aus der Atomaufsicht

eine Information von Jochen Stay, .ausgestrahlt

Lesen, Handeln und Weiterschicken!

Liebe Freundinnen und Freunde,

Es ist ein Skandal: Der neue Bundesumweltminister Norbert Röttgen beruft einen der führenden Atomlobbyisten zum Leiter der Abteilung Reaktorsicherheit und damit zum obersten Atomaufseher der Republik.

Gerald Hennenhöfer ist berühmt-berüchtigt, weil er immer wieder in seinem Berufsleben zwischen Atomaufsicht und Atomwirtschaft pendelte und hauptsächlich damit beschäftigt war, Risiken von Atomanlagen zu vertuschen. Sein jüngster Coup war die versuchte Verschleierung des Asse-Skandals noch im Jahr 2008.

Wir wollen die Entscheidung des Umweltministers nicht hinnehmen. Deshalb rufen wir Dich zu einer Eil-Aktion auf: Unterzeichne den Offenen Brief an Röttgen und fordere ihn auf, die Berufung Hennenhöfers umgehend zurückzunehmen!

www.ausgestrahlt.de/aktionen/atomaufsicht

Bitte trage auch dazu bei, dass möglichst viele Menschen von dieser Eil-Aktion erfahren.

Herzliche Grüße

Jochen Stay
(für das ganze .ausgestrahlt-Team)

Wer nicht fragt bleibt dumm

Selbst der der Revolution wenig verdächtige Radiosender SWR 4 berichtete heute wohlwollend über den Bildungsstreik und kritisch über den Bologna-Prozess. Zeit also, sich über beides schlau zu machen:


>> Dokumentation (43:33 min)

Bologna-Prozess:
>> Bundesministerium für Bildung und Forschung
>> Hochschulrektorenkonferenz
>> Wikipedia-Artikel

>> www.bildungsstreik.net
>> www.engelszunge.info

Interessantes Radio


>> hier lang

Stream funktioniert zwar nicht immer, aber nichtsdestotrotz: have a nice listen!

smily

Bassassassins Private Issue vs. Afrika Party

Bei meinem gestrigen Ausflug nach Tübingen hatte ich beschlossen, am kommenden Samstag hier mitzutanzen, mit Tochter und mit einer sehr lieben Freundin:

flyer


Heute morgen fand ich dann dies hier in meinem elektronischen Briefkasten, mit einer persönlichen Einladung von Breaks Alighted:

flyer

Ein klassischer Appetenz-Appetenz-Konflikt, der mich nun doch sehr ins Grübeln bringt, zumal ich Nogata lange nicht mehr auflegen gehört habe. Das letzte Mal war glaubbich am 2. Februar 2008 in Mannheim in der S.U.I.T.E., bei iDrums (R.I.P.).

Zugunsten Dortmund fällt in die Waagschale, dass ich soeben erfahren habe, dass ich am Sonntag nicht arbeiten muss.

Hmmmmm... smilie

Die Winterreifen

sind nun dran an meinem Auto, die jährliche Inspektion ging ohne Überraschungen über die Bühne; freundlichen Empfang incl. Begrüßung durch den Hund, Kaffee und gute Zeitschriften für die Wartezeit inbegriffen. Feels like home, mein Lieblingsautohaus :)

Schade

dass ich keine Kamera habe, mit der man das einfangen könnte:
Mitten über unserem Dorf ist der Nebel, der eben noch feuchtwarm in jeder Straße hing, aufgerissen, so dass man an einem dunkelblauen Himmel die Sterne sieht, und ringsum die hell nach oben flammenden Nebelfetzen.

Das Harmonium

oder das weitergereichte schlechte Gewissen

Eine Unterhaltung im örtlichen Bioladen

Die Kundin berichtet der Ladnerin von ihrem Entschluss, sich endlich endlich vom defekten Harmonium zu trennen. Es sei zwar nicht das allerschlechteste, immerhin ein Schiedmayer, aber, so habe ein junger Sammler sie wissen lassen, sowas stehe in jedem Dorf auf zig Dachböden, man müsse sich nur am Ortseingang aufstellen und "Harmonium" raunen...

Der Entschluss zieht mannigfache Folgen nach sich:
  • eine Sperrmüll-Karte Kategorie "Restmüll" (auch wenn das Instrument aus Holz sei: "das kommt bei uns in den Restmüll!!!", wurde die Kundin ungnädig vom zuständigen Resteverwertungs-Müllmann beschieden), Kostenpunkt 10 Euro bis einen halben Kubikmeter, 20 Euro bis einen Kubikmeter (das Harmonium misst 0,8 Kubikmeter...), muss ausgefüllt und die Antwort abgewartet werden
  • der Nachbar muss davon überzeugt werden, dass es eine gute Tat ist, am Tag X beim Transport treppab behilflich zu sein. Am Tag X selbst muss
  • das Schuhschränkchen ganz nach hinten in den Flur geschoben werden
  • der Bücherschrank mit den Instrumenten für die Musikalische Früherziehung, ebenfalls auf dem Flur ansässig, leergeräumt und ganz tief in die Küche hineingeschoben werden
  • der Krimskramsschrank auf dem obersten Treppenabsatz, gleich vor der Wohnungstür, ebenfalls leergeräumt und ebenfalls in die Küche hineingeschoben werden (da reicht dann so grade mal eben über die Türschwelle)
  • die Kartons auf dem zweitobersten Treppenabsatz, die darauf warten, dass längst Überflüssiges aus dem fraglichen Zimmer in ihnen zum Altpapier transportiert werde, müssen irgendwo in der Wohnung zwischengelagert werden
Und das alles nur, weil Herr Klappspaten, Vorbesitzer des Harmoniums, sein schlechtes Gewissen wegen fortschreitender Harmoniumzerstörung beruhigen wollte, indem er das defekte Teil anderen aufschwatzte.

Und das ging so:
Klappspaten, ehemaliger Vermieter meines Bruders und seines Zeichens Klavierbauer, also durchaus in der Lage, das Harmonium in spielbarem Zustand an den Mann rsp. die Frau zu bringen, findet eines Tage: das Dingens muss weg. Von jetzt auf nachher. Keine Zeit mehr (ach?), sich umzuhören, wer das gute, damals noch intakte (!!!) Stück denn gerne in Pflege nehmen würde.

Da es aber auch etwas peinlich wäre, ein voll funktionsfähiges Instrument mal eben beim Sperrmüll vorbeizubringen - ganz abgesehen davon, dass dazu ein passendes Fahrzeug vonnöten wäre (Kangoo reicht definitiv nicht) - stellt Klappspaten das gute Stück in den Garten! Wo es beregnet und schließlich von dümmlichen Kindern mehr oder weniger aller seiner Züge beraubt wird.

Dieser Anblick zerstört beinahe Klappspatens empfindsame Seele. Abhilfe muss her, sofort, von jetzt auf nachher. Klappspaten liegt, wie naheliegend, meinem Bruder in den Ohren, der wiederum mir, und so nimmt das Unheil seinen Lauf.

Als das Dingsbums nach viel Umräumarbeiten (siehe oben) endlich in meinem Wohnzimmer steht und die Ausmaße der Zerstörung, zuvor als bedeutungslos dahingesäuselt, sichtbar werden, fühlt sich Klappspaten doch etwas unbehaglich. Er beeilt sich etwas von einem Reparturangebot fallsermalindergegendseioderso zu murmeln. Und ward nicht mehr gesehen.

smilie

Mein Bruder ist dann auch ausgezogen, btw.

Eigentlich ist es wirklich schade um das Harmonium, denn, wie gesagt, es ist nicht von ganz schlechten Eltern. Andererseits sehe ich nicht ein, weshalb ich mich mit anderer Leute an mich weitergereichtem schlechtem Gewissen auch nur einen weiteren Tag belasten sollte.

Zumal ich den Platz auch anderweitig brauchen kann. Zum Beispiel für einen zweiten Sessel, eines der beiden Gesellenstücke meines Vaters, die ich beide ganz bestimmt nicht weggeben werde, come hell or high water. Der steht nun seit dem Wiedereinzug meiner Tochter in meinem Musikschul-Arbeitszimmer und verhindert durch seine Anwesenheit, dass dort endlich einmal so aufgeräumt wird, dass ich die vielen Dinge für meine tägliche Arbeit auch übersichtlich und griffbereit aufbewahren kann.

Die Ladnerin darauf: das komme ihr auch bekannt vor. Sie hätten dasselbe Problem. Und hauptsächlich scheitere die Umsetzung des eigentlich schon lange als richtig erkannten Entschlusses - weg damit, wieso haben wir uns überhaupt breitschlagen lassen, anderer Leute schlechtes Gewissen zu übernehmen? - ebenfalls daran, dass man das Dingsbums kaum problemlos wieder zur Wohnung hinausbekommt. Und daran, dass man sich mittlerweile daran gewöhnt hat, die Ablagefläche zu nutzen, die so ein solides Stück Holz bietet. (Daran wäre mein eigener fest gefasster Entschluss, kaum zu glauben, beinahe auch noch gescheitert.)

Sie hätte da eine Idee: ich könnte doch ihr Instrument nehmen...

Was haben wir gelacht!

smily


Nachtrag, eine Nacht und einen halben Tag später:
Gerade in der Waschküche auf Nachbars Waschmaschine eine Vorrichtung zum Ruhigstellen eines erwachsenen Knies gesichtet. Es fuhr heute morgen auch kein Firmenlieferwagen vor dem Haus ab. Muss ich das Projekt "anderer Leute schlechtes Gewissen entsorgen" wohl noch verschieben.


>> Bilder

Unterwegs nach Süden

Eines der Lieder, die Heinrich sich für seine Beerdigung ausgesucht hatte, ist "Unterwegs nach Süden" von Hannes Wader. Vielleicht wusste er, dass er es bald brauchen würde, dass es für ihn, der diesen lebensnotwendigen Freiraum, den Hannes Wader besingt, stets für andere zu erreichen suchte, bereits zu spät war.

Ich bin unterwegs nach Süden,
will nicht weiter bis ans Meer,
ich bin müde, will nur schlafen,
morgen, morgen schreibe ich
meine Träume auf und sehe
wie in der Vergangenheit
der Schmutz in meinen Eingeweiden,
im Rückenmark, im Hirn
begonnen hat zu faulen
und zu Gift geronnen ist.
Morgen werde ich dann wissen,
wie es heißt, woher es kommt,
und wenn ich erst den Namen kenne,
bringt dies Gift mich nicht mehr um


>> vollständiger Text

Fünf vor zwölf, buchstäblich. Das sollten wir alle uns zu Herzen nehmen.

Zugvögel


Mit Dank an plog, der zufällig dieses Lied gepostet und das schöne Foto zur Verfügung gestellt hat

In memoriam heinrich-p


Heinrich Piotrowski, 09.08.2004

Heinrich Piotrowski (16.02.1950 - 06.10.2007)

Heinrich war buchstäblich meine "beste Freundin". Keine Auseinandersetzung war ihm zu mühselig, keine Geschichte zu kompliziert oder zu langweilig, keine Stunde zu spät.

Etwas in mir weigert sich manchmal immer noch, als Tatsache anzuerkennen, dass er nicht mehr auf dieselbe Weise da und erreichbar ist wie früher, obwohl ich nach seinem Tod vor zwei Jahren den Eindruck hatte, er sei zu der Ansicht gelangt, es sei nun genug auf diese Weise und er werde schon einmal vorausgehen, um nach einem netten Plätzchen für uns alle Ausschau halten.

Ein ganz lieber Gruß geht an dieser Stelle an Gisela, Heinrichs Frau, die mir nach seinem Tod auf ihre Weise eine beste Freundin geworden ist :)

Mehr über einen bemerkenswerten Menschen ist im Gästebuch von Attac Köln nachzulesen, das seine dortigen MitstreiterInnen nach seinem Tod eingerichtet hatten: Seite 1 - 2 - 3 - 4


Mein ganz persönlicher Soundtrack eines besonderen Ostersonntags im Jahr 2007 - ein Neuanfang, zu dem Heinrich mehr beigetragen hat, als er damals wissen konnte, in der kurzen Zeit, die ihm noch blieb:

Chester Ouverture for Band




Wenn wir nicht aufhören
uns mit unseren kleinen
täglichen Sorgen
und Hoffnungen
unserer Liebe
unseren Ängsten
unserem Kummer
und unserer Sehnsucht
zu beschäftigen
dann geht die Welt unter

Und wenn wir aufhören
uns mit unseren kleinen
täglichen Sorgen
und Hoffnungen
unserer Liebe
unseren Ängsten
unserem Kummer
und unserer Sehnsucht
zu beschäftigen
dann geht die Welt unter

Erich Fried

Wenn der Hahn kräht (2)

"Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich 's Wetter, oder 's bleibt, wie's ist" lautet eine liebevolle Verspottung des Konstruktionsprinzips so mancher Bauernregel.

Gestern abend nun krähte in dem Dorf, das so gerne Stadt wäre, ein besonders stattlicher Hahn. Die Folgen sind noch 450 Kilometer weiter südlich zu spüren.

Nur knapp zwölf Stunden nach dem hochsauerländischen Hahnenschrei ziehen, von Westen her kommend, im Nordschwarzwald Wolken auf:



Dasselbe noch einmal, in schlechterer Bildqualität, dafür aber mit Ton:



Weitere drei Stunden später zeigt sich der Himmel hier vollständig bedeckt. Die Aufnahme, obgleich ohne Ton, besticht durch eine dreimal das Bild durchbrummende Dachbodenfliege, die sich von der gemeinen Stubenfliege in erster Linie durch ihre enorme Größe unterscheidet:



Sachen gibt's... smilie